Urlaubsberichte
Smoking Ace in Kanada
Ich bin Alexandra Hättich manchmal genannt: Smoking Ace
Nach meinen Prüfungen entschloss ich mich, mir als Belohnung einen kleinen Trip von drei Wochen, nach Kanada zu gönnen. Dies hatte zum einen den Grund, dass mein Bruder dort schon seit einem Jahr arbeitete und zum andern dort auch Verwandtschaft von mir wohnt.
So ging es für mich am Freitag den 22.02.08 um 6Uhr morgens los.
Das mag für die meisten ein guter Start in den Tag sein aber für mich nicht! So früh morgens trifft man mich nie an und vor allem nicht in einem Zug der Deutschen Bahn. Mein Flug ging zwar erst um 14Uhr los aber bei meiner Verplantheit ist es immer gut etwas früher da zu sein.
So gegen elf Uhr erreichte ich den Bahnhof am Frankfurter Flughafen und mit zwei Koffern beladen ging es los. Die Koordinationsschwierigkeiten mit dem Kofferwagen will ich hier nicht näher erläutern, aber Spaß stell ich mir anders vor.
Ich beschloss erstmal eine Zigarettenpause einzulegen, um mich für die kommende Hektik zu wappnen und dann ging es weiter zum Frankfurter Flughafen, welcher wie jeder weiß, natürlich ein Nichtraucherflughafen ist. Nachdem mein Gepäck endlich eingecheckt war, machte ich mich auf zu einer zweiten Zigarettenpause vor der Tür und ging anschließend durch die 3 Sicherheitskontrollen zum Flugzeug.
Der Flug an sich ist nicht weiter erwähnenswert, da schon nach 3 Stunden der Landeanflug auf den Heathrowairport begann. Man braucht an dieser Stelle sicher nicht erwähnen, das dieser auch keinerlei Rauchmöglichkeiten bietet, aber mit nur einer Stunde Aufenthalt gut zu überstehen ist, wenn nicht British Airways es für nötig gehalten hätte eine weiter Stunde daran zu hängen.
So kaufte ich mir erstmal eine Stange Zigaretten, da diese in Kanada doch wahnsinnig teuer sind. Ich bezweifle dennoch, das England der richtige Ort ist, um günstig Zigaretten zu kaufen, aber da ich in Pfund zahlen musste, konnte ich es nicht wirklich genau berechnen.
Letztlich wurde uns das borden dann doch noch erlaubt und bald war ich wieder in der Luft auf dem Weg nach Vancouver.
Nun stellte sich mir die Frage, was man die ganzen Stunden (8 Stunden) in dem Flieger machen sollte. Film schaue wäre super gewesen, doch aufgrund von Turbulenzen war es den Passagieren nicht erlaubt, den kleinen Fernseher im vorderen Sitz für die nächste Stunde anzustellen.
So zog sich der Flug hin und ich entschied mich meinem zweiten Laster zu frönen und bestellte Wein. So ein, zwei, oder drei Flaschen (0,25l) bis sie irgendwann die Bar schlossen. Bis dahin war es einem dann endlich erlaubt fern zusehen und ich entschied mich für die Tragikkomödie “Darjeeling Limited“.
Tja, wenn ich gewusst hätte, dass die alle 5min im Film eine Zigarette rauchen, hätte ich ihn sicher nicht angeschaut. Das werde ich mir auf jeden Fall für das nächste Mal merken!
In Vancouver kam ich dann gegen 21Uhr, mit einer Stunde Verspätung an und sah auch bald meine Verwandtschaft, die mich abholte. Zuerst wurde natürlich erstmal eine Zigarette geraucht und dann ging es ab zu meinem neuen zu Hause für die nächsten drei Wochen.
Dort erfuhr ich, dass in diesem Haus nur vor der Türe geraucht wird. Naja, man gewöhnt sich an alles, jedoch nur wenn man muss. Ich hätte mir nur besseres Wetter gewünscht.
Als ich dann das Erstmal Downtown unterwegs war, warnte mich meine Tante schon im Voraus, dass hier die Raucher keinen guten Stand haben und es doch schon sehr oft vorkommen kann, dass man auf der Straße schon mal etwas blöd von der Seite angeschaut wird, wenn man am Rauchen ist.
Also, für die die es noch nicht wissen, gilt das Nichtrauchergesetz wie wir es hier haben, dort schon lange. Das heißt also, nur in abgetrennten Raucherräumen rauchen oder draußen, obwohl man dort die Zigarette auch nicht auf die Straße schmeißen darf. Ich persönlich finde dies nicht weiter schlimm, wenn wenigstens Mülleimer oder Aschenbecher in erreichbarer Nähe stehen würden. Was aber nie der Fall war.
Es ist interessant wie einfallsreich man in solchen Situationen werden kann, obwohl es auch vorkam, dass es bis zu 5min dauerte bis ich mich meiner Zigarette entledigen konnte.
Vancouver an sich ist aber trotzdem eine wunderschöne Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten, wenn man sich nicht, wie ich, andauert verläuft und am Ende in zwielichtigen Gegenden landet.
Auch war ich sehr verwundet, als ich mit dem Seabus fahren musste und diesen irrtümlich für einen Bus hielt, obwohl er doch eine Fähre ist.
Am Ende ist es mir doch gelungen einiges zu sehen, wobei mir besonders Chinatown, das Aquarium und das geniale Sushi im Gedächtnis geblieben sind.
Besonders hat es mich gefreut, dass ich zu dem dort gerade stattfindenden Winefestival, gehen konnte.
Eine riesige Halle mit lauter Ständen aus der ganzen Welt und hunderte von den besten Weinen, die für jedermann umsonst zum probieren waren. Kurz gesagt der Himmel auf Erden für mich!
Nach vier Stunden kleiner Kostproben fand ich heraus, dass es doch nicht so gut ist, soviel Rotwein zu trinken, da sich schon langsam meine Zähne blau färbten. Ab da beschloss ich dann doch auf Weißwein umzusteigen, obwohl ich den doch gar nicht mag. Die Einsicht kam leider etwas spät, aber bei genauerem herumschauen war ich damit nicht ganz allein, was mich dann wieder beruhigte.
Ich muss dazu sagen, dass ich Wein liebe und vor allem, wenn es noch richtig Guter ist und wie lässt sich die Aussicht auf Vancouver besser genießen, als mit einem Weinglas in der Hand in einer Suite.
Zu meinem Bedauern war es auch hier nicht möglich beides zu genießen, da man die Gläser im Gebäude lassen musste und dort wiederum nicht rauchen konnte.
Man kann also wirklich nicht alles haben.
Natürlich ließ ich mir es auch nicht nehmen meine leicht verrosteten Skikünste in den Bergen von Whistler und Blackcomb Mountain wieder aufzufrischen.
Bei strahlendem Sonnenschein und einem Bier musste ich mir erstmal die müden Knochen ausruhen und das nach gerade mal zwei runs. Man wird halt auch nicht jünger und außerdem braucht man ja auch noch Kraft, um es den Berg herunter zu schaffen.
Dies war auf jeden Fall die blauen Flecken und den Muskelkater, für einen nicht so großartigen Sportler wie mich, wert.
Ach ja, und auf den Liften ist das Rauchen natürlich auch untersagt, aber wer will einem dort oben schon blöd kommen.
Im Ort selbst gibt es jede Menge Gelegenheiten zum Apres Ski machen und auch den ein oder anderen versteckten Raucherraum.
Man muss zwar diese verborgenen Schätze erst einmal finden, aber die Mühe lohnt sich. Im Quattro on Whistler, einem italienischen Restaurant, gibt es einen solchen Raum mit Sofas, Wärmelampen, die von der Decke her einheizen und sogar mit einem kleinen Fernseher.
Also, wenn solche Raucherräume in Zukunft auch in Deutschland eingeführt werden, bleib ich gerne Raucher.
Das war nun ein kleiner Einblick in meinen Urlaub und abschließend kann ich dazu sagen, dass Vancouver und Whistler absolut sehenswert sind, obwohl man sich als Raucher immer mal wieder einen abwertenden Blick einfängt. Trotzdem findet sich Unseresgleichen ja immer und wenn man Glück hat, so wie ich, dann sind die neuen Bekanntschaften auch noch Restaurantbesitzer mit einem Raucherraum, der sich sehen lassen kann oder verrückte Menschen die zu später Stunde einfach eine Privatparty ausrufen.
Also macht euch auf den Weg nach Vancouver, es lohnt sich wirklich!
Lg
Alex
Geschrieben am: 31.03.08 von smoking ace
