Thema des Monats
Bürgerkrieg in Deutschland
Achtung, Sie befinden sich beim Lesen dieses Artikels auf den Pfaden der Satire. Dies möchte ich vorab klären, denn bei dem folgenden Thema „Bürgerkrieg in Deutschland“ werde ich mich etwas weit aus dem Fenster lehnen– als Leser sollten Sie wissen, dass ich hier nur versuche, literarisch humorvoll zu sein.
Zur Beruhigung: Sie werden auf keine Karikatur des großen Propheten stoßen.
„Bürgerkrieg in Deutschland“ … als Headline ? , tragen wir hier nicht etwas zu dick auf?
Brennende Vororte kennen wir nur aus Frankreich und Wasserwerfer nur von Demos in Großstädten oder von den Chaostagen aus Hannover und Berlin.
Der „Stern“ meldete zwar letzten August: „Raucher - gemieden und verachtet“ und meint damit rund ein Drittel unserer Bevölkerung. Schaut man aber ansonsten in diesem neuen Jahr des „Nichtraucherschutzgesetzes“ in die Medien und auf die Straße, so erlebt man eher ein ruhiges Deutschland, das sich bei anderen Meldungen und Entwicklungen erbost – Zumwinkel sei Dank.
Haben die Raucher das so genannte „Rauchverbot“ akzeptiert und sind die Beschlüsse im bundesweiten Alltag umgesetzt? … es sieht schwer danach aus.
In Bayern sprießen die (nicht öffentlichen) Clubs aus dem Boden, in Bundesländern in denen man Raucherräume anbieten darf, ist dies geschehen und bis auf die „Einraumkneipen“ (nicht die stärkste Lobbygemeinde) kann auch die Gastronomie mit schlüssigen Argumenten einem „Nichtraucherschutzgesetz“ nicht entgegen treten.
Europa hat beschlossen, dass das Rauchen aus den Volkswirtschaften verschwinden soll und die Bundesrepublik setzt sich dieses Jahr ebenfalls daran, das gesellschaftliche Bewusstsein gegen dieses Laster zu schärfen.
Wer will hier das Wort ergreifen? Welche Journaille riskiert „Kopf und Kragen“ und stellt sich als „Advocatus Diaboli “ gegen den Willen der Regierung und den eigenen gesunden Menschenverstand?
Rauchen schadet dem Menschen passiv und aktiv und wenn keiner mehr raucht haben alle was davon. Vielleicht nicht die Tabakindustrie, sowie andere Profiteure des Lasters, aber möchten Sie zum Beispiel heute noch den Kohleabbau in Deutschland fördern? Branchen entstehen und manchmal vergehen sie auch, der „Schwarzwälder Korbmacher“ wäre hierbei ein weiteres Beispiel.
So entstehen in den Medien momentan allenfalls Stimmungsbilder des Alltags, etwa „Nachtleben in München“ (Quelle Stern) oder kurze Meldungen über „Massiven Protest“ (Quelle Spiegel), die auf wenigen Seiten verschwinden. Selbst Deutschlands großes „Mediensprachrohr“ bild(et) sich keine einheitliche Meinung und bringt lustige Photos und Reportagen z.B. über die verschiedene Raucherclubs...doch Stellung zum „Rauchverbot“ will auch dieses Blatt nicht beziehen. „Wagner“ schweigt und andere Journalisten tun es ihm nach.
Das die Volkserziehung nicht ganz so reibungslos läuft, liest man gelegentlich auch. Hierbei hält das Mediengedächtnis drei Tage lang die Bilder fest, wie pöbelnde Raucher in U-Bahnstationen auf andere Personen einprügeln und das war es dann auch schon wieder.
Wer will nun die Stimme erheben für die Raucher? und eventuell dafür verantwortlich sein, wenn die Strategie der Regierung scheitert und sich die Bürger persönliche Bedürfnisse nicht vorenthalten lassen und viele tatsächlich weiter rauchen, gar unsere Kinder noch damit anfangen?
Eben …und ich will es auch nicht tun.
Nun geben wir dem "Kind" mal einen anderen Namen und reden über das vierte Bier in der Kneipe oder das dritte Glas Wein auf einer Feier. So können auch manche Nichtraucher meinen Gedanken folgen und ich muss ebenfalls nicht für das Rauchen sprechen.
Das vierte Bier ist nachweislich nicht mehr gesund obwohl das Bier in kleinen Mengen den menschlichen Körper wohltut. Viele Menschen haben nun kein Problem damit, dass die Regierung den Alkoholgenuß ab dem dritten Bier untersagt, denn sie betrifft es nicht.
Andere heulen auf und meinen: „Da krieg ich ja keinen Rausch mehr zusammen…“, aber das ist nun mal auch Sinn und Zweck der Sache. Wir erinnern uns: Alles über dem Dritten ist nicht gesund.
Außerdem wer kennt nicht auch die Geschichten über besoffene Gewalttäter und ins Koma gefallene Jugendliche. Also lasst es uns retten - unser Volk- vor diesem „vierten Bier“. So kann man die Parabel beginnen und dennoch würde kein Mensch auf den Gedanken kommen, diese Überlegungen ernst zu nehmen oder gar einen entsprechenden Gesetzesantrag einzubringen.
Also was passiert tatsächlich im „Nichtraucherdeutschland“ und funktioniert das Zusammenleben der 15 Millionen Rauchern so harmonisch, wie man es den fehlenden Meldungen in den Medien nach zu glauben vermag?
Die Reise durch das Internet bringt mehr Aufschluss und hier sieht man, dass sich etwas tut im Lande.
Protestierende Initiativen, Gastronomieführer, Vereine und Raucherverbände kämpfen hier um Stimmen und Marktanteile. Die Stellungen sind teilweise mehrfach besetzt und die Stimmung in diesem medialen „Raucherwiderstand“ ist abwartend – optimistisch. Der „Verein zum Erhalt bayrischer Wirtshauskultur“ etwa versammelt Zehntausend Mitglieder und organisiert Rauchermöglichkeiten im „strengsten Bundesland“. Im Norden Deutschlands wiederum züchtet die Deutsche Hecke Tabak für den Eigenkonsum und in Rheinland Pfalz kippt ein Gericht das Rauchverbot in so genannten „Mini-Kneipen“. Es geht was im Netz und wenn man in sich in den verschiedensten Blogs und Foren tummelt, dann merkt man dass es mit dem Frieden „Rauchverbot“ sehr bald vorbei sein könnte.
„Max schreibt, dass die „Raucher alle egoistische Junkies sind“ und Maja giftet zurück, dass „Max ja nicht neben sie in eine Raucherkneipe sitzen müsse“ Trotz der gängigen „Nettiquette im www sind die verbalen Streitgespräche mitunter heftig und gerade am Erlaubten der Kommunikation. (In unserem Webguide finden Sie eine Auswahl der gängigen Domains)
15 Millionen Raucher – „Gemieden und Verachtet – die Verlierer der Nation“ …hier kam der Schuss zu früh aus der Hüfte. Es schwelgt im Lande und der Widerstand bestimmter Raucher, Gastronomen und Gruppen hat wahrscheinlich nur noch keinen nachhaltigen Druck, weil sich die Exekutive mit der Strafverfolgung noch zurückhält und die Behörden in den verschiedenen Bundesländern fast jedes Raucherzimmer genehmigen – wenn auch erst einmal nur zeitlich begrenzt.
Raucher sind asozial, egoistisch und haben keine Kontrolle über sich…denn sie können offensichtlich ihrer Sucht nicht widerstehen. Für viele Menschen gilt, dass jeder Raucher eigentlich lieber ein Exraucher wäre und somit erhärtet sich der Eindruck, man müsse diesen Menschen helfen, sich vor sich selbst zu schützen. Doch ehrlich: wen trifft es danach?
Den Blick in andere Länder macht kaum mehr Mut, denn in vielen "westlichen Ländern" und in Europa ist das "gesellige Leben mit der Zigarette" auf dem Rückmarsch und das Volksbewusstsein zum Rauchen entwickelt sich tatsächlich zum "Positiven"
Leider hat Massenmanipulation geschichtlich selten vernünftig und vor allem einfach funktioniert. Erinnerungen an die amerikanische Prohibition, Blicke auf die nationalen Drogen und Alkoholstatistiken, Getthoisierung ausgegrenzter Sozialschichten...das Gegenargument zu einem "strengen" Rauchverbots ist die Ächtung und Kriminalisierung eines Großteils der Bürger unseres Landes.
Man hört die Raucher vor der Türe murren, aber einen Bürgerkrieg wird es momentan wohl nicht geben. Hierzu fehlt den Rauchern, ein erhobener Kopf und eine geschlossene Lobby.
Geschrieben am: 01.03.08 von Smokey
