Zu Besuch
Blendlife zu Besuch bei der „Deutschen Hecke“
Zigaretten und Tabak waren in den Jahren nach Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland Luxusgut und auch teilweise sogar Zahlungsmittel.
Manche zogen Tabakpflanzen im eigenen Garten groß, der Genuss des Tabaks dürfte allerdings eher zweifelhaft gewesen sein, da weder das Klima dem Gedeih der Pflanzen besonders zuträglich war noch Kenntnisse zum Veredeln (Fermentieren) des Tabaks verbreitet waren.
Aus diesen Zeiten stammt der Begriff „Deutsche Hecke“, wahrscheinlich, weil die hoch wachsenden Pflanzen, in Reih und Glied gezogen, an eine Hecke erinnerten. Die besten Tabakanbauresultate wurden im warmen Südbaden erzielt, wo auch später noch Tabak für Marken wie Rothändle oder Juno angebaut wurde.
Die heutige „Deutsche Hecke“ sitzt in Friesland in Tönning und die Gründer des Tabakanbauvereins sind Norman Fuhrmann und Peter Burmeister.
Zunächst hatten es die Nordfriesen mit Anbau im heimischen Blumentopf versucht, dazu Samen im Internet bestellt. "Das war überhaupt kein Problem, wir haben die Pflanzen geerntet, in der Garage getrocknet, aber die Verarbeitung haben wir nicht hinbekommen", sagt Fuhrmann. Die Fermentierung der Tabakblätter sei eben nur was für Profis.
Die Lösung des Problems: Anfang des Jahres 2007 pachtete der Verein, der bereits 350 Mitglieder hat, Tabakfelder auf den Azoren, die zu Portugals großen Anbaugebieten für das Nachtschattengewächs zählen. Die Tabakbauern und einige Arbeiter in der Zigarettenproduktion wurden zu Mitgliedern der "Deutschen Hecke". Die Idee dahinter: Die Vereinskameraden auf den Azoren kümmern sich um den Tabak. Die deutschen Mitglieder zahlen einen Beitrag von 29 Euro pro Jahr, weil sie ja keine Arbeitsleistung erbringen. Fuhrmann erklärt: "Es wird also für den Eigenbedarf angebaut, das erlaubt das Tabaksteuergesetz."
Es scheint, von den cleveren Friesen wurde ein Steuer und Gesetzesloch entdeckt...denn ohne Steueranteil (etwa 75% einer Zigarettenschachtel) ist rauchen für jeden wieder erschwinglich
"Die befinden sich ganz heftig auf dem Holzweg", sagt Arne Petrick, Pressesprecher der Oberfinanzdirektion in Hamburg. "Es ist steuerpflichtig, die Zigaretten ins Land zu bringen. Steuerlager dürfen nur Leute einrichten, die gewerblich handeln und dann dürfen die Zigaretten das Lager ohne Steuerbanderole nicht verlassen. Wenn das nicht stattfindet, ist das Steuerhinterziehung“.
Am 30 Oktober 2007 schlug dann auch die Staatsmacht zu. Eine sechsstündige Razzia mit fünf Einsatzwagen, Bewaffnung und Zollhunden sollte wohl neben Erkenntnissen der Ermittler auch zur Einschüchterung der „Deutschen Hecke“ Gründer beitragen.
Den „Warnschuss vor den Bug“ haben die wackeren Norddeutschen vernommen, aber aufhalten kann Sie die unruhige See dennoch nicht. Sprecher der Deutschen Hecke Gregor meint gegenüber Blendlife: „…wir machen weiter und werden dieses Jahr die erste Ernte aus dem Eigenanbau an unsere Mitglieder verteilen können“.
Smokey`s Fazit zum Besuch bei der „Deutschen Hecke“:
Es bleibt spannend im hohen Norden und natürlich habe ich mich schon als Mitglied und Testraucher bei der „Deutschen Hecke“ angemeldet. Kann ich meinen „Azorenblend“ dieses Jahr noch rauchen oder melde ich redaktionellen „Schiffbruch“ des friesischen Tabakanbauvereins? Wir werden es bei Blendlife sehen.
Schaut Euch http://deutsche-hecke.de/ an…für feedback und weitere Ansichten zu diesem
Verein treffe ich Euch in unserem Forum wieder.
Geschrieben am: 30.01.08 von Smokey
