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Apoxis
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Rauchalltag in Stuttgart vom: 18.01.08 17:10

Stuttgart, meine 1te Liebe

Ich wohnte viele Jahre im Stuttgarter Westen, wo ich geboren und aufgewachsen bin. Kurz im Kopf überschlagen erreiche ich von meiner elterlichen Wohnung etwa 10 kleine Kneipen innerhalb von lächerlichen drei Minuten. In einer viertel Stunde sind es bestimmt über 30 Bars und Kneipen in meinem Einzugsbereich. Sogar eine Diskothek (M1, weltweit etablierte Diskothekenkette) ist mit dabei. Doch in all diesen kleinen Kneipen ist Rauchen untersagt. Viele sind zu klein, um einen Raucherraum ausweisen oder einbauen zu können. Das hat man auch sofort gemerkt.

Geboren in der „Stäffelesstadt“ bin ich einen gewissen Geräuschpegel auch mitten in der Nacht gewöhnt. Doch plötzlich ist es viel lauter. Denn der kleine, urig eingerichtete Irish Pub auf der anderen Straßenseite hat keinen Raucherraum. Die Raucher lassen sich den Spaß aber natürlich nicht verbieten. Sie rauchen fröhlich weiter, draußen, auf der Straße, wo ein großer Aschenbecher steht. Seit dem 1. August 2007 sieht man sie überall stehen, die Rauchschwaden und die Raucher, die sie erzeugen, flaniert man nachts über die „Gässle“ und „Sträßle“.

Besonders schmunzeln musste ich über den Stuttgarter Hauptbahnhof. Dort gibt es natürlich auch die „Raucherzonen“. Die kleinen, kaum 2qm großen, mit gelber Farbe auf dem Boden gekennzeichneten Flächen, natürlich mit Aschenbecher und einem großen, kaum zu übersehenden gelben Schild, auf denen in drei Sprachen steht, dass hier Rauchen erlaubt ist. Und das obwohl der Sackbahnhof lediglich überdacht, und kaum als geschlossenes Gebäude zu bezeichnen ist.

Da kann man sie dann bestaunen, die Mutigen, die sich in einer solchen Raucherzone aufhalten. Und als Raucher sieht man sich plötzlich missmutigen Fahrgästen gegenüber, die einem dann auch noch recht unfreundlich darauf aufmerksam machen, dass man gar nicht im, sondern einen Zentimeter neben dem gelben Kasten auf dem Boden steht. Als ob der Rauch diese imaginäre Luftgrenze einhalten würde!

Als Raucher blickt man tapfer drüber weg und zwingt sich zu einem Lächeln, bevor man großzügig zur Seite geht, um noch dichter beisammen zu stehen.

Aber nicht nur auf den Bahnhöfen sieht man sich mit solchen Menschen konfrontiert. Die Stuttgarter sind stolz auf ihre kulturellen Highlights. Wo man früher in den Theatern, die mit zahllosen Angeboten, vom schwäbischen Mundarttheater bis hin zur internationalen Bühne locken, noch die Show genießen konnte, muss man heute aufpassen, neben wem man gerade in der Pause nach dem gelungenen Katzengejammer des Musicals „Cats“ steht. Denn der Nichtraucher, der sich zu „Miss Saigon“-Zeiten nicht darum kümmerte, sieht heute seine Gesundheit, zu Recht, gefährdet.

Im „Grünen U“, den weit ausgedehnten Grünbereich der Stadt, der sich vom Schlossgarten gegenüber des Hauptbahnhofes bis hin zur Wilhelma (Stuttgarter Botanisch-Zoologischer Garten) zieht, lässt sich dafür noch ungestört rauchen. Besonders im Sommer, denn da trifft man sich am allerliebsten auf den grünen Wiesen. Mal sehen, wie weit das Rauchverbot bis zu den Stuttgarter HipHop-Open geht. Wird man dann auf dem Konzertgelände auf dem Schlossplatz noch rauchen dürfen?

Thema HipHop: Meine Überschrift „Meine 1te Liebe“, ist natürlich geklaut, denn so heißt ein Lied von Max Herre, der über Stuttgart sagt:

„Und ja sie fährt `nen Benz wirkt oft dekadent,

doch zeigt ein anderes Gesicht, wenn man sie besser kennt.

Egal was kommt, ist doch klar, dass ich sie represent!

Erste Liebe; jetzt bleib ich Stuggi Resident!“

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